
Eine Idee und ihre Umsetzung hat einen harten Weg vor sich. Zunächst muss einmal die Idee entstehen. Im weiteren Verlauf, muss der, der die Idee hatte, zu seiner Idee stehen und den Mut aufbringen sich mit ihr eingehend zu befassen und die Umsetzung in Erwägung ziehen.
Es ist also schon recht viel nötig, damit eine Idee überhaupt erst einmal auf den Weg geschickt wird. Wer jetzt denk, damit wäre der “Drops gelutscht” und jetzt läuft es quasi von selbst, der täuscht sich gewaltig. Denn sind wir mit unserer Idee erstmal auf dem Weg gibt es noch viele weitere “Gefahren”. Über eine dieser Gefahren möchte ich heute schreiben – die Motivation.
Nach dem Mut, bzw. dem fehlenden Mut (zur Umsetzung nämlich), ist die Motivation der zweitgrößte Feind einer noch so guten Idee. Viele werden sich fragen, warum? Die Motivation für ein Projekt blüht auf, wenn ich mich dazu entschlossen habe den Weg zu gehen, aufzubrechen ein Projekt umzusetzten. In dieser Phase ist man voll Tatendrang und motiviert bis in die Haarspitzen. Es ist auch nicht diese Motivation, die ich als Feind des Projektes oder der Idee sehe. Es ist die Motivation, die abflacht und die eines Tages auf einmal weg ist.
Die Gründe warum die Motivation nachlässt und eines Morgens nicht mehr da ist, wo wir sie abends zuvor noch gesehen haben, sind vielfältig:
- der Erfolg bleibt im gewünschten Maße aus
- man hat andere Ideen, die auf einmal viel brillianter wirken
- man arbeitet an mehreren Projekten gleichzeitig und ein Projekt verschlingt auf einmal mehr Zeit
- an Stelle eines weiteren Projektes kann es auch die “reguläre” Arbeit sein der man nachgeht und die nicht ausreichend Zeit lässt das Projekt zu verfolgen
- …
Ich bin mir sicher, viele meiner Leser könnten die Liste der Gründe beliebig fortsetzen. Ist die Motiation erstmal weg ,setzt ein schleichender Prozess ein. Man verschiebt Aufgaben, man erledigt Dinge halbherzig und das, nicht zufriedenstellende, Resultat verringert die Motivation noch weiter. Die Abwärtsspirale kommt in Gang und die Idee, das Projekt, ist in ernsthafter Gefahr.
Was tun?
Zunächst, was sollten Sie nicht tun? Nichts überstürzen. Fällen Sie jetzt nicht aus der negativen Stimmung heraus (und Sie sind sicher negativer Stimmung denn Sie stellen fest, dass Ihre tolle Idee nicht mehr so toll ist oder nicht so funktioniert, wie Sie es anfänglich geplant haben) eine folgenschwere Entscheidung. Nehmen Sie sich Zeit um Ihre Idee, Ihr Projekt zu überdenken. Reflektieren Sie was schief gegangen ist. Sinnvoll ist es jetzt, sich die Aufzeichnungen hervorzusuchen, die Sie bei der Umsetzung der Idee gemacht haben (vorrausgesetzt Sie haben meinen Tipp aus dem Blog befolgt). Schauen Sie sich an, welche Annahmen Sie damals getroffen haben, wie Ihr Projekt aussehen sollte und überprüfen Sie ob diese “Vision” heute noch Bestand hat. Sollten Sie eine solche Aufzeichnung nicht haben, können Sie immer noch ein Wunschszenario erstellen.
Dann gilt es die Situation genau zu analysieren:
- gab es eine Fehleinschätzung bei der damaligen Planung
- haben Sie einige Ihrer Ziele nicht erreicht
- waren die Teilschritte falsch oder nicht korrekt eingeschätzt
- …
Gehen Sie selbstkritisch und vor allen Dingen offen mit sich ins Gericht und analysieren Sie die Situation genau.
Abbrechen oder neu ausrichten und weitermachen?
Basierend auf den Erkenntnissen die sich aus der genauen Situationsanalyse ergeben, können Sie nun Entscheidungen treffen, die Sie auch später nicht bereuen werden. Auch hier gilt es schonungslos ehrlich zu sich selbst zu sein.
Viele Ideen bedürfen nur einer Korrektur um wieder fit gemacht zu werden. Einer der Hauptfehler liegt darin, dass man sich am Anfang zu viel zugetraut hat und dabei die anderen Lebensbereiche (Job, Familie, Hobbies) zu wenig berücksichtigt hat. Zeit ist hier das Zauberwort. Wenn man nur noch arbeitet und sich nach der Arbeit der Umsetzung seiner Idee widment, bleibt die Erholung und andere wichtige Lebensbereiche auf der Strecke. Das kann man nicht auf Dauer durchhalten.
Auch wenn der Erfolg ausbleibt, sehen Sie sich Ihr Konzept noch einmal genau an. Was wollen Sie erreichen? Vielleicht müssen kleine Anpassungen gemacht werden damit es zu einem Erfolg wird.
Das Wichtigste ist, nicht sofort die Flinte ins Korn zu werfen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und an der Stelle, an der Sie jetzt sind, waren vor Ihnen schon viele andere auch. Hier trennt sich die “Spreu vom Weizen”, wie man so schön sagt. Lernen Sie aus den Fehlern und nehmen Sie die nötigen Anpassungen vor, um die Motivation wieder zu erlangen. Drehen Sie Ihren Zeitplan etwas runter, richten Sie sich neu aus und schon geht es weiter.
Aber: sollten Sie feststellen, dass Sie wirklich nicht weiterkommen oder es zeitlich nicht geregelt bekommen, kann es auch besser sein das Buch final zu schließen und sich die Sackgasse einzugestehen, in die man sich verrannt hat. Sparen Sie sich Ihre Lust und Zeit für die nächste Idee auf. Wenn Sie den Kopf erstmal wieder frei haben, wird sie bestimmt nicht lange auf sich warten lassen.
photo credit: Faithful Chant



