405205410_80336fffe6_oManchmal kommen Ideen dann, wenn man sie am allerwenigsten erwartet.
Ich habe viele meiner besten Ideen gehabt, während ich Rasen mähe oder morgens meine Runde gejoggt bin.
Es kann an der Ruhe liegen oder an der Zeit, die man während dieser Tätigkeiten hat und in der man sich mit nichts anderem außer mit sich selbst und der Ausführung der Tätigkeit beschäftigt. Es klingelt kein Telefon (ich zumindest jogge und mähe meinen Rasen ohne Mobiltelefon in der Tasche) und man wird einfach durch nichts gestört.

Es könnte aber auch an der Tätigkeit selbst liegen, also in meinem Fall am Rasen mähen oder Laufen. Der Zustand, in dem ich mich, laut Experten, bei diesen Betätigungen befinde nennt sich zu neudeutsch “Flow” (Fluss).

Was ist der Flow?

Anfang der 70er Jahre wurde das völlige Eintauchen in eine Tätigkeit von Csikszentmihalyi beobachtet. Die Namensgebung ist auf die Beschreibung des Zustandes zurückzuführen, den die Probanden als “kontinuierliches Fließen” beschrieben.
Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi erforschte mit dem Flow-Phänomen erstmals einen Gefühls- und Geisteszustand beim Menschen, der ihnen bei Ihrer Tätigkeit zu besseren Leistungen und Wohlbefinden verhilft. Csikszentmihalyi gilt als der Entdecker des “Flows”.

Die 6 Komponenten des “Flows”:

Der Flow hat insgesamt sechs Komponenten die ihn sogzusagen erkennbar machen und/oder notwendig sind damit man sich in ihn begeben kann:

  1. Aktion und Reaktion - Die Person weiß zu jederzeit was zu tun ist. Sie bekommt unmittelbar eine Rückmeldung über Erfolg oder Misserfolg ihrer Aktion.
  2. Anforderung = Fähigkeit - Es besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Anspruch der auszuführenden Tätigkeit und der Fähigkeit der Person. Sie ist also mit der Tätigkeit weder überfordert noch unterfordert.
  3. Rythmus - Die Tätigkeit erfordert einen bestimmten Rythmus im Bewegungsablauf – wie in meinem Fall beim Rasenmähen oder beim Joggen.
  4. Keine Konzentration - Für die Tätigkeit muss sich die ausführende Person nicht konzentrieren und kann sich von der Umwelt abkapseln – ähnlich einem meditativen Zustand
  5. Zeit vergeht wie im Flug - Bei der Durchführung der Tätigkeit verliert die Person den Bezug für Zeit so dass diese wie im “Flug” vergeht.
  6. Eins werden mit der Tätigkeit - Es wird ein Gefühl der “Verschmelzung mit der Tätigkeit” beschrieben. Eine Erinnerung an Einzelheiten aus dem Flow-Zustand ist schwierig.

Welche Tätigkeiten eignen sich für den Flow?

Grundsätzlich kann jeder den Flow erleben, der in der Lage ist Glücksgefühle zu erleben. Dies gilt, Studien zufolge, nicht für Schizophrene oder Menschen mit Aufmerksamkeitsstörungen.
Welche Tätigkeit sich eignet, eine Person in den “Flow” zu versetzen, ist individuell unterschiedlich. Es sollte jedoch eine Tätigkeit sein, die man freiwillig und ohne äußeren Druck verrichtet. Man sollte unverkrampft an diese Tätigkeit herangehen und sie nicht als Mittel zum Zweck nutzen um in den Flow zu geraten – dies wird nicht funktionieren.
Auch sollten Sie eine Aufgabe wählen, die Ihnen Spaß macht, denn Langeweile oder Frustration gelten als natürliche Feinde des Flows.

Der Flow-Zustand, in den man sich bei einer Tätigkeit begibt, die die o. a. Komponenten beinhaltet, kann die kreative Produktivität fördern und somit neue Ideen zu Tage fördern. Wenn Ihnen mal die Ideen ausgehen, mähen Sie einfach mal wieder Ihren Rasen.