Die Suche nach der ultimativen Quelle für Kreativität ist mit der Suche nach dem heiligen Gral vergleichbar. Viele suchen danach, keiner hat sie je gefunden oder auch nur eine Ahnung davon was es sein könnte. Der Prozess, wie Ideen entstehen, stellt die Wissenschaft immer noch vor ein unlösbares Phänomen. Eine Erforschung dieser Funktionsweise scheint ausgeschlossen, da es bei jedem Menschen anders funktioniert.
Aufgrund dieses breiten Spektrums von Möglichkeiten wie Kreativität entsteht, ergeben sich auch unendlich viele Möglichkeiten diese zu fördern. Ich möchte in dem heutigen Post auf einige der verschiedenen Möglichkeiten eingehen. Lesen Sie sie in Ruhe, überlegen und testen Sie welche für Sie funktionieren kann.
In früheren Beiträgen habe ich schon über Denkansätze geschrieben, die sich mit der Förderung von Kreativität befassen. Beispielsweise der Beitrag über John Cleese, der sein Unterbewusstsein die Kreativität erledigen läßt. Dieser Ansatz ist dem Praktmatiker zu passiv, er möchte etwas tun um seiner Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Angeblich soll sich Kreativität durch äussere Einflusse steigern lassen hier durch die Farbe des Raumes, in dem man sich befindet.
Im heutigen Beitrag möchte ich etwas griffiger zu Werke gehen und zwar mit richtigen Tipps was Sie machen können um kreativer zu sein. Anfangs möchte ich noch einmal auf meine bisherigen 10 Lieblingsmethoden für Kreativität hinweisen. Aber genug von mir – im Blog Überzeugend präsentieren von Dr. Michael Gerharz habe einen interessanten Artikel von Florian Rustler entdeckt. Auch er hat sich mit der Thematik der Kreativitätsförderung beschäftigt und der Post gefällt mir deshalb so gut, weil er sehr praxisnah ist.
All die eingangs erwähnten Theorien zur Steigerung von Kreativität sind allgemeiner Natur. Sie wirken längerfristig, bringen keine sofortigen Resultate. Doch genau das ist es, was wir im heutigen Berufsleben brauchen – “Instant-On”-Creativity (Kreativität auf Knopfdruck). Genau für diese Art von Kreativität unter Druck muss man gewisse Techniken und Instrumente zur Hand haben, damit das Blatt vor einem nicht leer bleibt. Im Beitrag von Dr. Gerharz wird anhand eines Beispieles anschaulich erklärt was man machen kann. Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail einsteigen sondern mich allgemein auf die Techniken beschränken.
Die Aufgabe strukturiert angehen
Zu allererst muss man sich darüber im Klaren sein, wo die Reise hingehen soll. Was ist das Ziel? Welches Problem gilt es zu lösen? Was wollen wir erreichen? (CPS – Creative Problem Solving). Hat man die Ziele und ggf. die Teilziele definiert und formuliert, kann man sich an die Ideensammlung machen.
Brainstorming immer noch hilfreich
Speziell wenn man nicht alleine sondern im Team arbeitet ist das Brainstorming immer noch eine geeignete Methode um schnell viele Denkansätze zu bekommen. Um effektiv und korrekt zu “brainstormen” ist es wichtig, dass man die einfachen Grundregeln kennt und einhält:
- nur ein Thema
- Vorschläge notieren, nicht bewerten
- jeder muss frei seine Vorschläge bringen können
Durch diese kreative Zusammenarbeit lassen sich bereits viele Fragestellungen in eine Richtung lenken oder gar lösen.
Blickwinkel verändern
In vielen Situation sieht man sprichwörtlich “den Wald vor lauter Bäumen nicht”. Warum? Man versperrt sich selbst die Sicht, in dem man in bekannten und sicherlich auch bewährten Denkmustern denkt. Eine gute Methode um aus dieser Sackgasse herauszukommen ist, die Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen. “Kopfstandmethode” nennt sich dies. Das Prinzip ist schnell erklärt. Nehmen Sie Ihre Aufgabenstellung und verkehren Sie sie ins Gegenteil. Beispielsweise könnte “Was müssen wir tun um unsere Kunden stärker an unser Unternehmen zu binden?” in der Kopfstandbetrachtung zu “Was müssen wir tun um unsere Kunden möglichst schnell loszuwerden?” werden. Die Antworten auf diese “verkehrte” Fragestellung gibt also die Antworten auf das, was nicht zu tun ist. Durch diese Methode bringt man das Gehirn auf Trab und ermöglicht frische Ansätze ausserhalb des Standards zu entwicklen.
Osborne Checkliste
Je nach dem an welchem Problem sie arbeiten, kann Ihnen die Technik der Osborne Checkliste weiterhelfen, die ich im Anders|Denken Blog entdeckt habe. Die Osborne Checkliste ist ein Fragenkatalog, der dabei helfen soll ein Problem zu lösen. Ansatz dabei ist, dass man oft zu kompliziert denkt und auf die naheliegendsten Dinge nicht kommt beziehungsweise die erstbeste Idee nimmt und nicht nachdenkt ob es ggf. bessere Lösungen gibt.
Die 100er-Liste
Das “Brainstorming für die One-Man Show” ist mir im imgriff-Blog über den Weg gelaufen. Diese Methode funktioniert ähnlich wie das Brainstorming in der Gruppe, nur alleine. Sie dient der Ideenfindung und ist ein erster Schritt zu Lösung einer Aufgabe oder eine Problems. Wichtig ist es, sich ungestört und wirklich konzentriert mit einer Fragestellung zu beschäftigen und nicht eher aufzuhören, bis man 100 Punkte notiert hat. Dies ist eine sehr radikale Methode doch die Arbeit wird sich lohnen.
Dieser Beitrag kann keine vollständige Liste sein denn, wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei “Kreativität” um ein so komplexes Thema, dass niemals wirklich abschließend und erschöpfend beantwortet werden kann. Im weiteren Verlauf werde ich weitere Tipps und Methoden präsentieren und ich hoffe, dass für Sie der ein oder andere Tipp dabei ist. Wenn Sie weitere Kreativitätstipps haben, freue ich mich wenn Sie mir einen Kommentar hinterlassen. Abschließend möchte ich Sie noch gerne auf einen Beitrag von Jochen Mai vom Karrierebibel-Blog aufmerksam machen. Er hatte, ebenfalls im Bezug auf Kreativität, die Abonennten seines Twitter-Channels befragt, wie Sie auf Ihre Ideen kommen und hat wirklich interessante Antworten bekommen – auch meine Antwort wurde veröffentlicht.
photo credit: Luciano Meirelles
