project 365: day 286
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In der WTD-Reihe beschäftige ich mich heute mit einem Thema, das ich bereits außerhalb dieser Reihe aufgegriffen habe. Das Thema Post-Länge, wie lang sollte ein Blogbeitrag sein?
Wir ich aus den Kommentaren und Gesprächen mit anderen Bloggern erfahren konnte, gibt es kein Pauschalrezept hierfür. Ich fand diesen Post zu dem Thema, bei „Write to Done“, sehr interesant. Es handelt sich um einen Gast-Post von Jesse Hines, dem Autor von Robust Writing.

Wortanzahlvorgaben.

Viele Schreiber müssen sich mit Ihnen herumschlagen. Sei es Sie schreiben etwas für das Studium, für eine Zeitung oder Magazin, nicht selten werden Ihnen genaue Vorgaben gemacht, wie viele Wörter Sie schreiben sollen und/oder müssen. Mit solchen Vorgaben zu arbeiten kann sehr schwierig werden, egal ob sie gering sind (100 Wörter) oder hoch (5.000 Wörter).

Finden Sie sich hier wieder?

Einige Schreiber haben Probleme Ihre Vorgaben mit qualitativ gutem Material zu erfüllen. Sie wissen nicht genug zu einem Thema zu schreiben um die Vorgaben zu erfüllen. Für diese Schreiber ist jede Vorgabe zu hoch.

Oder sind Sie vielleicht eher so?

Andere Schreiber, so wie ich, schießen regelmäßig über die Vorgaben hinaus da sie zu viel zu erzählen haben und dies alles verpacken wollen.
Allen Schreibern, die Probleme haben Ihre Vorgaben zu erfüllen empfehle ich, sich umfassend über ein Thema zu informieren, noch kritischer zu sein, noch detaillierter nachzuforschen, alle Punkte zu sammeln und sich nach und nach durchzuarbeiten, bis Sie die richtige Anzahl Wörter erreicht haben.
Für die Schreiber, die ständig Ihre Vorgaben übertreffen und daher Tipps benötigen, wie sie Ihre Artikel kürzen ohne dabei die Qualität Ihres Inhalts zu beschneiden habe ich ein paar Tipps:

Tricks die Wortanzahl zu kürzen.

Die meisten meiner Artikel haben ca. 500 bis 600 Wörter. Dabei ist es oft so, dass die ersten Fassungen weit über 600 sogar 700 Wörter zählen. Ich muss daher meist bis zu über 100 Wörter streichen bevor ich einen Artikel veröffentliche. Durch diese regelmäßige Notwendigkeit meine Artikel radikal zu überarbeiten, habe ich mir über die Zeit einige Bearbeitungsmethoden angeeignet. Wenn Sie nach diesen Methoden vorgehen, werden Sie feststellen, dass Sie die Anzahl der Wörter deutlich reduzieren können, ohne dabei an der Qualität Ihres Textes Schaden anzurichten. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass Sie Ihren Text einkochen also auf das wirklich wesentliche reduzieren – ohne überflüssige Worthülsen und ähnliches. Ihr Text wird hierdurch viel besser und einfacher zu lesen.

Verzichten Sie auf Artikel, Adjektive, Adverbien, Präpositionen, Pronomen und andere Beschreibungen – wenn möglich.

Oft streiche ich so viele der, die, das, ein, den, etc. wie irgend möglich. Manchmal sind diese Wörter sicher notwendig um etwas zu verdeutlichen, wenn nicht, fliegen sie raus.

Meist sind es nur Füllworte die gelöscht werden können, ohne das die Aussage dadurch an Klarheit verliert. Sie werden sich wundern wie schnell sich Ihre Wortanzahl verringert wenn Sie Worte weglassen, die Sie oft unbemerkt verwenden.

Ein Beispiel:
(Mit Artikeln)

Er gewann den zweiten Platz bei den leckersten Kuchen, und den dritten Platz bei den originellsten Zutaten.

(Ohne Artikel)

Er gewann den zweiten Platz bei leckersten Kuchen, und den dritten Platz bei originellsten Zutaten.

(Anmerkung: Da der Originaltext in Englisch abgefasst ist, verliert dieses Beispiel etwas bei der Übersetzung, ich denke aber, Sie haben verstanden worauf Jesse hinaus will)

Die überarbeitete Fassung, mit zwei Worten weniger, sagt dasselbe mit weniger Worten.
Neben den Artikeln können Adverbien und Adjektive unser Geschriebenes bunter machen aber auch die Anzahl der Worte aufblähen ohne wirklichen Nutzen zu bringen.

Wenn Sie schreiben, “Seine unglaublich starke Leidenschaft motivierte ihn hart zu arbeiten”, könnten Sie auch einige Adjektive streichen, ohne die Aussage zu schmälern. In diesem Fall könnten Sie unglaublich und starke streichen, da das Wort Leidenschaft schon für sich genug Stärke hat und somit schon das aussagt, was Sie meinen. Die beiden Adjektive fügen dem Satz nicht mehr Sinn hinzu und können daher beruhigt gestrichen werden.

Streichen Sie überflüssige Wörter und Sätze

Wenn Sie Sätze finden wie “Der bewaffnete Schütze”, können Sie bewaffnet streichen, da es bei einem Schützen bereits gegeben ist, dass er bewaffnet ist.

Ähnliches gilt für “Vergangene Geschichte”. Hier können sie vergangene streichen, denn Geschichte spielt an und für sich in der Vergangenheit.

Beispiele wie diese summieren sich auf und am Ende können Sie eine beeindruckende Anzahl an Wörtern streichen.
Im Schreibfluß kann es sein, dass Sie einen Absatz schreiben, der ähnlich zu einem vorherigen Absatz ist. In diesem Fall macht es Sinn, sich beide Absätze genau anzusehen. Ist es möglich, dass Sie sich wiederholen? Vielleicht können Sie die beiden Absätze kombinieren und in einen Absatz zusammenführen?

So können Sie viele Wörter einsparen.

Streichen Sie alles, was nicht zum Kern Ihres Themas gehört.
Sollten Sie sich einer größeren Anzahl von Worten gegenübersehen, die es zu streichen gilt, sollten Sie den gesamten Text durchgehen und überprüfen, ob alles was Sie geschrieben haben auch tatsächlich mit dem, was Sie schreiben wollen, zu tun hat.

Sie schreiben über eine Firma die aktuell besonders erfolgreich ist und Sie schreiben, was der Geschäftsführer für ein Mensch ist und was er in seiner Freizeit so treibt. Wenn allerdings der Kern Ihres Artikels der Erfolg der Firma ist, können Sie das Privatleben des Geschäftsführers außer Acht lassen und sparen so viele Worte.

Klarstellung

Die genannten Tricks dienen dazu, den Text zu kürzen, ohne die zentrale Aussage zu beeinflussen. Die Anwendung dieser kann sinnvoll sein, wenn man strikte Vorgaben hat, was die Anzahl der Wörter betrifft. Jeder der diese Vorgaben nicht hat, kann und sollte selbstverständlich weiterhin seinen Stil verfolgen um seinem Geschriebenen eine eigene Handschrift zu geben und für die Leser möglichst interessant zu gestalten.

Interessiert sie der Originalartikel von Leo