Der eigene Tod ist ein unschönes Ereignis und die wenigsten beschäftigen sich gerne damit. Dennoch müssen wir uns darum kümmern, was zum Beispiel mit unseren Hinterlassenschaften geschehen soll wenn wir einmal nicht mehr sind. Ich bin mir sicher viele, die diesen Post lesen, haben ein Regelung für Ihre Angehörigen getroffen: wer bekommt die Lebensversicherung ausgezahlt, wer kümmert sich um die Kinder wenn etwas passiert, was geschieht mit meinem Hab und Gut, etc. Je nach Lebenssituation kann die Detailtiefe der Ausgestaltung variieren, doch in der Regel hat jeder eine solche Art von Regelung bereits getroffen.
Das Web 2.0 bringt enorme Möglichkeiten mit sich, wie man sich im Internet präsentieren kann. Man hat seine eigenen Profile in diversen Social Networks, man betreibt eigene Homepages, Blogs, etc. Dieses “Eigentum” kann mitunter sogar richtig viel Geld wert sein. Doch haben Sie etwa geregelt, wer nach Ihrem Tod Zugriff auf Ihr Xing oder StudiVZ Profil hat? Wer die Passwörter für Ihren Blog erhält zumindest um dort eine Nachricht zu hinterlassen, dass der Blog nicht weiter gepflegt wird oder ihn ggf. verkaufen kann?
Ich auch nicht. Ich muss gestehen ich habe mir, bis dato, noch nie darüber Gedanken gemacht was mit diesen Daten geschieht. Genau hierüber nachzudenken hat mich ein Blogpost auf Scobelizer.com angeregt und mich dazu bewogen die Seite LegacyLocker.com als meine Seite der Woche zu präsentieren.
Das Konzept ist wirklich schnell und einfach erklärt. Auf LegacyLocker.com kann man nach der Registrierung sämtliche Online Services einrichten, die Login-Informationen erfordern.
Man gibt den Service ein, die Login-Informationen und die Informationen über die Person, die nach dem Versterben diese Informationen bekommen soll. Ein weiterer Service, den Legacy Locker anbietet ist der automatische Versand von persönlichen Abschiedsbriefen. Nach Ihrem Tod, versendet Legacy Locker in Ihrem Namen eMails an Menschen die Sie über Ihren Tod informieren möchten. Das können sehr persönliche Botschaften sein, sogar mit Video oder aber förmliche.
Der Service von LegacyLocker.com soll nächsten Monat an den Start gehen. Es gibt drei verschiedene Accounts, (Stand heute) die man eröffnen kann. Der kostenfreie Test-Account beinhaltet die Möglichkeit die Informationen über drei Dienste zu hinterlassen und einen Begünstigten zu nennen. Darüberhinaus kann man einen Abschiedsbrief abspeichern. Die Jahresmitgliedschaft erlaubt es unbegrenzt viele Hinterlassenschaften einzurichten und diese auf ebenfalls unbegrenzt viele Begünstigte zu verteilen. Auch die Anzahl der Abschiedsbriefe ist unbegrenzt. Die einzige Begrenzung ist die Laufzeit – sie ist auf 12 Monate beschränkt. Die Jahresmitgliedschaft kostet 29,99 $ (~ 23 €). Wer gänzlich keine Beschränkung möchte, der ist mit einer Einmalzahlung von 299,99 $ (ca. 226 €) auf Lebenszeit abgesichert.
Diese neue Geschäftsidee aus Amerika (woher auch sonst) klingt, auf den ersten Blick, wie eine die niemand wirklich braucht. Wenn ich aber genauer darüber nachdenke, fallen mir etliche Accounts ein, von denen ich schon möchte, das meine Hinterbliebenen Zugriff auf sie haben, ich aber aktuell der einzige bin der die Zugangsdaten hat. Wenn ich alleine bedenke wie viele persönliche Bilder ich auf FlickR gespeichert habe. Es wäre ein großer Verlust wenn meine Familie hierauf keinen Zugriff hätte. Auch Bankkonten werden heute online geführt, doch durch das reale Institut ist dies kein Problem. Denken wir aber an PayPal. Die Familie weiß unter Umständen nicht einmal von dem PayPal-Account und vielleicht ereilt mich der Tod ja so schnell, dass die letzten Überweisungen noch dort liegen?
Es gibt also durchaus Berechtigung für einen solchen Service und ich finde es eine ganz gute Idee. Ob der Preis gerechtfertigt ist vermag ich nicht zu beurteilen. Ich denke, wenn man ein Testament beim Notar erstellen lässt sind ähnliche Summen fällig.
Ein Knackpunkt ist, wie so oft, die Pflegeintensität. Wer weiß schon, ob die Account-Daten in bspw. 50-60 Jahren noch die gleichen sind? Vielleicht ändern sich die Passwörter, man löscht sein Account um ein neues zu eröffnen oder ähnliches. Um also eine wirkliche Absicherung seiner Daten für die Hinterbliebenen zu gewährleisten ist ein regelmäßiger Abgleich unerlässlich. Ob also eine solche Absicherung online erfolgen muss oder genauso gut als Testamentserweiterung gehandhabt werden kann, muss jeder selbst entscheiden und beurteilen. Darüber nachzudenken und sich in dieser Hinsicht vorzubereiten halte ich für ratsam.
Timo 18:13 on 29. März 2009 Permalink |
Hm, interessante idee!
Aber ich traue mich nicht, einer Seite ALLE meine wichtige Zugangsdaten anzuvertauen…
Andreas 09:24 on 30. März 2009 Permalink
Der Websitebetreiber ist sich um die Sicherheitsfrage und um die Sensibilität dieses Themas bewusst. Auf der Seite findet man zahlreiche Informationen über Verschlüsselungstechnik etc.
Ich kann aber Deine Bedenken verstehen doch wie will man eine Lösung für das Thema finden? Selbst wenn Du über einen Notar gehst und, wie im Beitrag angedacht, diese Daten im Zuge eines Testaments hinterlegst, muss man die Daten irgendwann gesammelt an eine Person übergeben. Ich denke, es stellt sich hier die Vertrauensfrage: wem vertraue ich mehr, einer Website oder einer Person, die ich ggf. schon länger kenne.
Ich denke hier hat jeder seine eigenen Vorlieben.
vtczmz 16:54 on 14. Dezember 2009 Permalink |
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pethlws 17:46 on 14. Dezember 2009 Permalink |
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Standaard 15:40 on 27. Dezember 2009 Permalink |
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