ChessEnde letzten Jahres habe ich einen Blogpost verfasst, der sich mit der, sich anbahnenden, Krise beschäftigt. Ich habe darin jedoch mehr die Chance im Fokus und weniger die Gefahr.

Nach fast einem Quartal im Krisenjahr 2009 gibt es schon einige, die durch die Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren haben. Neben der Suche nach einem Job, sehen viele auch einen Weg aus der Arbeitslosigkeit, in dem sie eine Idee aufgreifen und versuchen sich mit dieser Idee selbstständig zu machen. Im Blog von Jeff Cornwall habe ich einen interessanten Begriff hierfür gefunden: “Unternehmer aus Versehen(”Accidental Entrepreneurs”).

In einer solchen Situation nicht den Kopf in den Sand zu stecken sondern seine Zukunft aktiv gestalten zu wollen ist genau der richtige Weg. Wer mit seiner Idee wirtschaftlichen Erfolg haben will, dem möchte ich die 3 M´s von Jeff Cornwall ans Herz legen – egal mit welchem Hintergrund Sie sich mit Ihrer Idee selbstständig machen möchten.

Gibt es einen Markt?

Sie müssen herausfinden, ob es genügend Menschen gibt, die für das was Sie anbieten möchten (Produkte, Dienstleistungen) Geld ausgeben würden. Genügend ist hierbei ein wichtiger Begriff. Es müssen so viele sein, dass Sie davon leben können.

Diese Frage sollten Sie sich auch stellen, wenn Sie beispielsweise einen Blog starten möchten ohne das primäre Ziel Geld damit zu verdienen. Bei der Themenauswahl sollten Sie sich die Frage stellen ob das Thema für ausreichend Menschen interessant sein könnte.

Diese Art von Analyse ist nie einfach zu bewerkstelligen und weder ich noch Jeff Cornwall können Ihnen im Blog wirkliche Patentrezepte an die Hand geben. Wenn Sie ein Produkt oder eine Dienstleistung anbieten möchten, versuchen Sie sich den idealen Kunden vorzustellen. Was tut er, wie viel Geld hat er wiederum zur Verfügung, etc. Dann müssen Sie herausfinden, wie viele dieser Kunden es wohl geben könnte. Es gibt für Deutschland gute und frei verfügbare Informationen über Demographie und mit intensiver Recherche von Google & Co. lässt sich fast alles in Erfahrung bringen. Versuchen Sie mit Menschen zu sprechen, die Ihr Produkt Ihrer Meinung nach kaufen würden um zu überprüfen ob Ihre Annahmen richtig waren. Gibt es bereits Firmen oder Organisationen, die ein ähnliches Produkt anbieten? Versuchen Sie mit diesen ins Gespräch zu kommen, um herauszufinden wie sie es machen. Sie müssen Ihre Kunden und die Branche in die Sie einsteigen möchten genau kennen. Wer sind die großen Spieler und was können Sie besser als die Marktteilnehmer?

Kann ich eine gesunde Marge erzielen?

Die nächste, elementare Frage, die Sie für sich und Ihre Idee klären müssen ist, ob es eine Marge gibt – also ob Sie einen höheren Preis für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung erzielen können als es Sie in der Herstellung kostet. Sie müssen hierfür keinen ausgefeilten Businessplan erstellen. Meist reicht schon eine fundierte Einschätzung des Verkaufspreises, den Sie meinen erzielen zu können. Von diesem müssen Sie Ihre Kosten abziehen – vergessen Sie dabei nicht Ihr eigenes Gehalt und zwar so viel, dass Sie damit Ihre Grundbedürfnisse decken können.

Ist das was für mich?

Sie können eine tolle Idee haben und den Markt genau eruieren. Sie sind sich sicher, dass sich Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung gut verkaufen ließe und Sie damit auch sicherlich Geld verdienen könnten. Wenn Sie diese letzte Frage mit “nein” beantworten, lassen Sie die Finger davon. Es geht bei dieser Frage darum, ob Sie in der Lage sind all Ihre Ideen und Pläne in Taten umzusetzen. Nur ein zweifelsfreies und klares “Ja” bestätigt das Herzblut, das Sie benötigen werden um Ihre junge Idee durch die Herausforderungen des täglichen Geschäftsalltages zu steuern.

Viele von uns haben Ideen von denen Sie denken, man könnte sie erfolgreich in Geschäftsideen umsetzen. So manche Bauchlandung hätte durch eine objektive Betrachtung und Überprüfung der 3 Punkte vermieden werden können. Speziell der Verlust des Arbeitsplatzes und des festen Einkommens kann panische Affektreaktionen hervorrufen. Durch diese getrieben, stürzt man sich auf Ideen die halbgar sind oder nicht das Potenzial haben einen Full-Time Job zu ersetzen. Das kostet die Motivation und kostbare Zeit. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn Ihnen der Job abhanden kommt. Das soziale Netz in Deutschland wird Sie, zumindest eine Zeit lang, auffangen und Sie können sich ausreichend Zeit nehmen an Ihrem Konzept zu arbeiten. Parallel kann es nie schlecht sein sich, als Plan B, weiter zu bewerben.

Creative Commons License photo credit: frankblacknoir