Seit dem es das Internet gibt, ist es so einfach geworden wie noch nie, sich seine eigene Beschäftigung zu suchen und damit sogar Geld zu verdienen. Websites sind schnell erstellt und kosten nicht viel Geld. Darüber hinaus ist das Feld offen und man kann sich in alle Richtungen bewegen. Egal ob man als Power-Seller seinen eigenen Shop betreibt, ob man eine Community oder ein Forum betreibt oder ob man sich als Blogger versucht mit interessanten Artikeln die Aufmerksamkeit von möglichst vielen Lesern zu gewinnen. Der Fantasie sind beinahe keine Grenzen gesetzt.
Heute möchte ich mich dem Thema “bloggen” widmen, da ich mich seit einiger Zeit selbst dazu zähle. Wenn man sich entscheidet einen Blog zu starten, egal ob aus Spaß am Schreiben oder mit dem Ziel Geld damit zu verdienen (wobei letzteres wirklich nicht als primäres Ziel zu empfehlen ist – es wird schief gehen), versucht man seine Themen für sich zu umreißen. Worüber schreibt man, welche Zielgruppe könnte sich dafür interessieren, etc. Schaut man sich die erfolgreichen Blogs an, dann stellt man fest, dass viele erfolgreiche Blogs übers Bloggen selbst schreiben. Warum ist das so?
Nun, ich denke es liegt daran, dass es für Blogger kein Handbuch gibt, keine goldene Regel. Das lässt Spielraum für sehr viel Spekulation. Erfolgreiche Blogs, die das “erfolgreiche Bloggen” als Thema haben werden nie müde zu erwähnen, wie viel Geld sie damit verdienen und wie wenig Zeit sie investieren. Angezogen vom Traum reich zu sein und dafür wenig zu tun, suchen viele ihr Glück im Internet und dort das Rezept wie sie möglichst ohne Umwege in die Schlossallee des Web 2.0 einziehen können. So füttern diese Blogger geschickt Ihre Kunden.
Es gibt kein Patentrezept
Wenn man all diese Blogs über die Zeit verfolgt, stellt man eines ganz deutlich fest: es gibt kein Patentrezept für Erfolg beim Bloggen. Das wäre auch das Ende all der “Blogging-Blogs“, dann gäb es nämlich nichts mehr zu schreiben. Keine Sorge, das wird kein weiterer Beitrag der in die Reihe der so bloggen Sie richtig-Kategorie fällt. Mich beschäftigt, da ich diesen Blog nun seit fast einem halben Jahr betreibe, die Frage wie man es als Amateurblogger dauerhaft schafft einen Blog einigermaßen erfolgreich, und ohne totale Aufgabe des Privatlebens, zu betreiben. Ich bin selbst berufstätig und habe einen Job, der mich ziemlich in Anspruch nimmt (9-10 Stundentage sind die Regel, eher sogar mehr). Darüberhinaus habe ich Familie, mit der ich ebenfalls meine Zeit verbringen möchte. Wie schafft man es also, das alles zu kombinieren wenn der Tag doch nur 24 Stunden hat und ich meine 7,5 – 8 Stunden Schlaf brauche, um zu gebrauchen zu sein?
Wie viel, wie oft?
Stellt sich zuerst einmal die Frage wie oft man bloggen sollte und wann. Alleine darauf eine Antwort zu finden ist müßig. Fragen Sie 10 Leute bekommen Sie mindestens genauso viele, unterschiedliche Antworten. Die einen sagen, man müsse mindestens jeden Tag etwas schreiben. Andere wiederum sagen, dass 2-3 gute Beiträge pro Woche völlig ausreichen. Schließt sich die Frage an, wann man bloggen sollte. Auch hierzu gibt es zahlreiche Meinungen. Während die einen fest davon überzeugt sind, dass man feste Blogzeiten haben sollte, vertreten andere die Meinung man solle schreiben, wenn es etwas zu schreiben gibt. Wer nun Recht hat und wer nicht wird sich niemals abschließend klären lassen, denn es gibt sowohl Blogs, die sehr erfolgreich mit der einen als auch mit der anderen Methode sind. Bloggen ist sehr individuell, kein Blog ist wie der andere und so lassen sich auch die Methoden nicht kopieren. Was für Blog X gut funktioniert, mag bei Blog Y floppen.
Technik, die den Bloggern hilft
Seit der Erfindung von RSS und der großen Popularität von RSS-Feed Readern spielt die Blogfrequenz nicht mehr die entscheidende Rolle, da der Leser nicht regelmäßig auf die Seite kommen muss um zu sehen ob es etwas neues gibt, sondern in seinem Reader sieht wenn neue Beiträge erschienen sind. Daher kann man sich etwas entspannter zurücklehnen und seinen Gedanken freien Lauf lassen.
Ich persönlich habe es mir zum Ziel gesetzt 3-4 Posts pro Woche zu verfassen und habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich es nicht schaffe (verrückt, oder?). Gerade in der letzten Zeit beläuft sich meine Frequenz eher auf 1-2 Posts die Woche, was mir persönlich deutlich zu wenig ist. Aber wie bekommt man nun seinen Job, die Familie und das Bloggen (Reihenfolge ist zufällig und entspricht nicht meinen Prioritäten) unter einen Hut?
Organisation, Organisation, Organisation.
Es ist, wie so oft im Leben, alles eine Sache der Organisation. Man hat Tage in der Woche, das sitzt man bis spät Abends im Büro und ist froh wenn man den Computer für den Tag nicht mehr sehen muss. Solche Tage sind keine Blogtage. Wenn man sich jetzt aufrappelt und einen Post schreibt, wird das mit ziemlicher Sicherheit eine mittelschwere Quälerei und das sieht man dem Beitrag später an. Ich werde an solchen Tagen Blog Blog sein lassen und mich aufs Sofa setzten. Meist ist nicht jeder Tag der Woche so und man findet einen entspannten Abend oder, für die Frühaufsteher unter uns, Morgen um etwas zu schreiben. An solchen Tagen sollte man der Kreativität freien Lauf lassen und soviel zu schreiben wie man kann. Vielleicht einen Post fertig schreiben und 2-3 andere Rohschriften verfassen. Durch den Puffer, den man sich so zurecht schreibt, kann man das schlechte Gewissen vertreiben und es ist weniger zeitaufwendig einen Beitrag zu veröffentlichen, denn die Hauptarbeit ist bereits getan. Ein positiver Nebeneffekt ist zudem, dass man den verfassten Rohtext nach einigen Tagen erneut durchgeht und bearbeitet. Durch den zeitlichen Abstand hat man einen ganz anderen Blickwinkel und man kann den Text effektiver korrigieren, so dass dabei meist bessere Ergebnisse zu Tage treten als wenn man den Text an einem Tag geschrieben und veröffentlicht hätte.
Es muss nicht immer ein großer Text sein.
Der Blogger blogt um sich mitzuteilen, um Informationen, von denen er denkt sie könnten für andere interessant sein, zu verbreiten. Der geschriebene Text ist aber nicht der einzige Weg, wie man sich mitteilen kann. Für die Tage an denen man nichts zu schreiben hat, aber dennoch einen Beitrag veröffentlichen möchte, gibt es vielerlei Möglichkeiten an “Füllmaterial” die keineswegs schlechter sind als ein guter Beitrag. Sollten Sie Social Bookmarking, wie beispielsweise Delicious nutzen, können Sie Ihre Bookmarks veröffentlichen und somit Ihren Lesern zeigen was Sie im Internet interessantes gefunden haben. Andere Alternativen sind Umfragen (vielleicht als Recherche für einen zukünftigen Beitrag), Gewinnspiele, Interviews, etc. Eine besonders gelungen Variante fand ich neulich im Kwerfeldein Blog. Als der Autor aufgrund einer Erkältung matt gesetzt war, machte er einen sogenannten Netzwerktag und teilte seinen Lesern mit, wo sie ihn im Internet überall finden können. Eine super Idee, denn so vernetzt man sich mit seinen Lesern und erzeugt eine qualitativ viel höhere Bindung.
Es gibt viele Möglichkeiten seinen Blog mit Leben zu füllen, welche für den eigenen Blog die Richtige ist kann niemand sagen. Es hängt vom Thema des Blogs ab, von der Zielgruppe und vom Autor selbst. Ich werde für meinen Blog versuchen die oben genannten Dinge zu befolgen und hoffe, damit meinem Ziel der 3-4 Posts näher zu kommen.
Sind Sie auch Amateurblogger? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht. Ich bin für Ihre Tipps dankbar.
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