juliusturm - last steps to the lightHaben Sie meinen Beitrag zum Thema Gründung in Krisenzeiten gelesen? Wenn ja, dann wissen Sie, dass der Zeitpunkt für eine Firmengründung gar nicht so schlecht ist, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag (sollten Sie den Beitrag nicht gelesen haben, wissen Sie was Sie nachholen sollten). Wenn Sie an diesem Punkt sind, an dem dieser Beitrag Sie sehr neugierig macht, haben Sie sicher schon zwei Phasen durchlebt.

  1. Die Entstehung der Idee
  2. Die Ausgestaltung der Idee

Sie sind so sehr von der Idee besessen, dass Sie sich damit gerne selbstständig machen möchten, auch wenn es anfangs nur als Nebenerwerb reicht? Dann möchte ich Ihnen die 7 nächsten Schritte erläutern, die vor Ihnen liegen:

  1. Machen Sie sich klar was Sie können. Selbstreflexion nennen das die Fachleute. Worum es geht ist ziemlich einfach. Machen Sie sich klar was Sie können. Durchforsten Sie alles was Sie gelernt haben, in der Schule, in der Ausbildung während Ihrer beruflichen Laufbahn. Schreiben Sie erstmal alles auf, jede Fortbildung, welche Sprachen Sie können, etc. Konzentrieren Sie sich nicht ausschließlich auf das, was Sie beruflich machen sondern auch privat. Welchen Hobbies gehen Sie nach, welche Stärken haben Sie hierfür entwickelt, … Glauben Sie mir, alles ist wichtig. Auch die Hobbies oder gerade die Hobbies. Wenn es Ihnen nicht augenscheinlich ist, was das mit einer Geschäftsidee zu tun hat, möchte ich Ihnen ein kurzes Beispiel liefern. Sie spielen Tennis? Eine Einzelsportart. Beim Spiel mit Ihrem Gegner liegen Sie einen Satz hinten und der Gegner hat schon 3 Spiele vor. Aussichtslos das Match noch zu drehen. Doch Sie beißen sich rein, kämpfen sich Punkt um Punkt heran. Die Kraft Ihres Gegners lässt nach und am Ende des Matches haben Sie gewonnen… Ich denke Sie wissen worauf ich hinaus will. Wenn Sie alles notiert haben, werden Sie eine beeindruckende Liste vor sich sehen und Sie werden sich wundern, was Sie alles können.
  2. Stärken und Schwächen. Nachdem Sie wissen was Sie können, geht es nun darum sich auch klar vor Augen zu halten, was Sie nicht oder nicht gut können. Hier gilt es wirklich schonungslos zu sein und sich nicht selber etwas vorzumachen.
  3. Persönliche Situation berücksichtigen. Es ist wichtig für Sie, Ihre aktuelle Lebenssituation zu analysieren. Das ist in sofern wichtig, als dass Sie genau wissen sollten wo Sie aktuell im Leben stehen und wo Sie hinwollen. Involvieren sie Ihren Partner und Ihre Familie in diesen Prozess. Wenn Sie sich selbstständig machen, bedeutet dies einen sehr großen Arbeitsaufwand bei ungewisser Einnahmesituation. Dies ist eine wichtige Entscheidung, die gut überlegt und vor allem von allen Familienmitgliedern mitgetragen werden sollte.
  4. Resümieren Sie die Ergebnisse der ersten 3 Schritte. Sie haben analysiert was Sie können, wo Sie noch Schwächen haben und Sie haben die Vereinbarkeit mir Ihrer aktuellen Lebenssituation geprüft. Mit diesem Wissen lassen sich nun die nächsten Schritte planen und angehen. Da Sie Ihre Schwächen kennen, werden Sie nun daran arbeiten diese zu kompensieren und Ihre Stärken noch besser einzubringen.
  5. Was hat der Kunde davon? Wenn Sie mit Ihrer Idee nun soweit sind, dass Sie auf den Kunden losstürmen wollen, nehmen Sie sich noch einen Augenblick zurück. Ich weiß, dass Sie für sich alles feinsäuberlich zurechtgelegt haben. “Ich kann dies und das, ich mache es so und so… “. Das ist auch alles gut so aber, versetzen Sie sich nun in die Lage des Kunden und betrachten Sie Ihre Argumente aus seiner Perspektive. Welchen Wert hat Ihre Idee, mit der Sie sich selbstständig machen möchten, für den, der dafür Geld bezahlen soll? Bekommt er die gleichen Produkte/Services nicht bereits schon beim Wettbewerb, vielleicht sogar besser oder günstiger? Seien Sie Ihr kritischster Kunde und nehmen Sie sich regelrecht auseinander. Analysieren Sie den Preis, den ein Kunde für Ihre Produkte/Leistung zahlen würde. Es ist einer der unangenehmen Schritte, aber noch unangenehmer ist es, wenn Ihre tatsächlichen Kunden Sie derart auseinander nehmen würden.
  6. Rechnen Sie. Sie haben nun eine Verkaufspräsentation die den härtesten Kunden bereits überzeugt hat und Sie sind sich sicher, dass der festgelegte Preis erzielbar ist. Jetzt können Sie an die weiteren Berechnungen gehen. Welche Kosten werden Sie haben, wie viel benötigen Sie um von der Tätigkeit leben zu können, was müssen Sie für den Start anschaffen, was kostet die Firmengründung (Notarkosten, Gebühren für Eintragungen, etc.)? Wie schnell rechnen Sie mit den ersten Einnahmen, wann planen Sie die Kostendeckung bzw. die ersten Gewinne? Schätzen Sie Ihre Kosten möglichst exakt ein, sollten Sie unsicher sein, greifen Sie lieber zu hoch als am Ende mit Ihrer Kalkulation nicht hinzukommen (kaufmännisches Vorsichtsprinzip!).
  7. Zeit für den Fachmann. Gratulation, Sie haben nun einen hieb- und stichfesten Businessplan ausgearbeitet, der zur Vorlage bei einem Fachmann geeignet ist. Dies empfehle ich jedem, der sich mit einer Gründung beschäftigt. So gut der Plan auch ist, irgendetwas hat man immer übersehen oder schlicht nicht gewusst. Ein Gespräch mit dem Fachmann, beleuchtet das Projekt nochmals kritisch und wirft vielleicht Punkte auf, die Ihnen so noch nicht aufgefallen sind.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Idee und beglückwünsche Sie nochmals zu Ihrem Vorhaben. Sie gehören zu den Wenigen, die diesen langen Weg konsequent gehen. Viele Menschen aus Ihrem Umfeld werden Sie für Ihre Konsequenz und Ihren Mut beneiden. Sie tun was Sie wirklich wollen – viel zu wenig Menschen können dies von sich behaupten. Nachtrag: Alle die jenigen, die Sie jetzt beneiden sollten sich das folgende Video ansehen, dass im amerikanischen Fernsehen während der SuperBowl Übertragung lief. Vielleicht kommen sie ja auch zu dem Schluss, dass es Zeit ist etwas zu verändern.

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