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Creative Commons License photo credit: Andrew Mason

Das Gehirn ist wohl eines der Organe im menschlichen Körper, das die meisten Rätsel über seine Funktionsweise aufgibt. Zwar konnten Neurologen und andere Wissenschaftler schon einiges herausfinden, eine vollständige Erklärung für wichtige Fragen aber gibt es noch nicht.

Warum zum Beispiel ist der eine Mensch intelligenter als andere Menschen? – Warum kann ein Mensch die 75. Wurzel aus einer 10-stelligen Zahl im Kopf errechnen und das auch noch schneller als andere diese Aufgabe in einen Computer eingegeben können?

Ähnlich verhält es sich mit Ideen und Einfällen. Es gibt kreative Menschen, aus denen sprudeln die Ideen auf Stichwort, andere müssen lange über ein Thema nachdenken bevor ihnen überhaupt etwas Brauchbares einfällt. Auf diese und andere Fragen gibt es keine wirkliche erschöpfende Antwort.

Sollten Sie zu den Menschen gehören, die nicht auf Stichwort kreativ sind, heißt das noch lange nicht das Sie nicht auch gute Ideen haben können. Es gibt Wege wie man das Kreativdefizit ausgleichen kann. Ich möchte Ihnen heute meine 10 Lieblingsmethoden vorstellen, wie man der Kreativität auf die Sprünge helfen kann:

  1. Routinen: Nichts entlastet das Gehirn mehr als Routinen. Zu einer bestimmten Zeit aufstehen, an festen Tagen festen Ritualen nachgehen. Ist Ihr Tagesablauf unorganisiert, stressen Sie Ihr Gehirn. Es ist wie mit den vielzitierten To-Do Listen. Sie notieren Ihre Aufgaben um sie aus dem Kopf zu haben und nicht zu vergessen. Damit entlasten Sie Ihr Gehirn und können es für die wichtigen Dinge nutzen. Ähnlich verhält es sich mit Ihren Routinen. Wenn Sie gewisse Dinge immer an bestimmten Tagen oder Zeiten tun, konditionieren Sie Ihr Gehirn. Strukturieren Sie Ihren Tag und probieren Sie diese Struktur 30 Tage lang aus – Sie werden begeistert sein. Sollten Sie täglich kreativ tätig sein müssen, legen Sie sich ein Zeitfenster für den Tag an, während dem Sie sich voll auf die Kreativität konzentrieren also Ideen entwickeln wollen. Ihr Gehirn wird sich bereits nach wenigen Tagen an diesen Rhythmus gewöhnen und dann “Gewehr bei Fuße stehen” wenn Sie Ideen entwickeln möchten.
  2. Lesen: Will Smith, berühmter Schauspieler und leidenschaftlicher Leser, hat einmal behauptet, “es gäbe kein Problem, keine Situation über die es nicht ein Buch gäbe”. In der Tat ist das Lesen von Büchern sehr gut für die Kreativität. Vieles von dem was man liest speichert man mehr oder weniger bewusst und kann sich daran erinnern. Durch lesen füllt man sein Repertoire auf und kann später darauf zurückgreifen. Nicht nur Bücher lesen ist für die Kreativität förderlich. Auch das Internet, eines der meist-gelesen Medien, bietet viele gute Seiten und Blogs, die es zu lesen lohnt.
  3. Reisen: Fremde Länder, fremde Sitten. Die Horizonterweiterung durch Reisen ist auch für die Kreativität sehr förderlich. Speziell dann, wenn man sich in andere Kulturkreise begibt und andere Weltanschauungen kennenlernt. Erzählen Sie doch mal einem Massai-Krieger aus Afrika, der gerade mit Speeren sein Dorf gegen Löwen verteidigt, dass Sie total fertig sind, weil Ihnen kein gutes Thema für einen Blog-Post einfällt.
  4. Gespräche: Wann hatten Sie das letzte gute Gespräch? Ich meine nicht eines dieser Gespräche, bei denen man über Freunde redet, die Erlebnisse der letzten Wochenenden bespricht oder sich über die Politik aufregt. Ich rede von wirklich guten, tiefen Gesprächen über Lebenseinstellung, Weltanschauung und dergleichen. Themen bei denen man tief in die Seele des Gesprächspartners blicken kann. Neue Ansichten können der persönlichen Sichtweise eine neue Facette geben und so die Kreativität fördern.
  5. Natur: Wann haben Sie zum letzten Mal Ihre Umwelt bewusst wahrgenommen? Meist sind wir viel zu gestresst festzustellen was um uns herum ist. Wir hetzen von Termin zu Termin, haben zig Aufgaben unserer To-Do Liste abzurackern und sollen bei all dem auch noch kreativ sein und neue Ideen entwickeln. Klingt schwierig – ist es auch. Nehmen sich mal einen Tag oder ein Wochenende Zeit. Machen Sie eine Bergwanderung oder einen ausgedehnten Spaziergang. Meiden Sie hierzu überlaufene Orte und wählen Sie Zeiten an denen weniger Menschen dort unterwegs sind. Entdecken Sie die Natur und gönnen Sie sich eine Auszeit von der Hektik.
  6. Kunst: Auch ein Besuch im Museum kann Ihre Kreativität beflügeln. Schauen Sie sich die Bilder und Plastiken von Künstlern an. Ideal ist es, wenn Sie einen Führer haben (egal ob einen persönlichen, einen geschrieben oder einen vom Band). Von diesem können Sie erfahren, was der Künstler ausdrücken wollte. Somit kennen Sie die Intention des Künstlers und können diese mit der Umsetzung abgleichen. Sie können nachverfolgen wie er seine Idee umgesetzt hat – das kann unglaublich inspirierend sein.
  7. Geschichte: Ein schönes Zitat, von dem ich leider nicht mehr weiß wo ich es gelesen habe und wer es gesagt hat, lautet: “Wer die Zukunft gestalten will muss die Vergangenheit kennen.” Sehr einleuchtend wie ich finde. Aufgrund dieses Zitats habe ich mich sofort auf den Weg zur Buchhandlung gemacht und mich mit entsprechender Literatur versorgt. Tatsächlich ist es so, dass sich über den Lauf der Zeit vieles wiederholt. In den Geschichten von damals stecken also viele Ideen für morgen.
  8. Brainstorming: Die Punkte 2 – 7 dienen eher der Inspiration, also dem Treibstoff für Ideen. Den technischen Part dieser Liste möchte ich mit dem Brainstorming, einer der wahrscheinlich am häufigsten angewandten Vorgehensweise, beginnen. Ein Brainstorming kann man alleine oder mit mehreren betreiben. Sollten Sie es im Team anwenden, ist es wichtig, dass es gut moderiert wird. Zur Art und Weise, wie Sie ein Brainstorming machen gibt es viele Meinungen. Meine liebste ist es, sich zu einem Thema eine Anzahl von Punkten zu notieren, bspw. 20 mögliche Themen für Blogposts. Hierzu verkrieche ich mich ungestört in eine Ecke und höre nicht eher auf darüber zu grübeln bis ich meine 20 Punkte habe.
  9. Mindmaps: Ich habe kürzlich Mindmaps für mich entdeckt. Gerade für das angesprochene Brainstorming ein geeignetes Instrument. Das Thema, zu dem ich Ideen suche, kommt in die Mitte und alles was mir dazu einfällt wird mit Ästen dem Thema zugeordnet. Das schöne dabei ist, dass sich ein solches Mindmap beliebig erweitern lässt und Punkte zwischendrin eingefügt werden können (das geht bei Listen z. B. nicht). Hinzukommt, dass Mindmaps über die Zeit immer wieder ergänzt werden können und sich praktisch für jedes Thema eignen.
  10. Google: Diese Liste kommt nicht ohne Google aus. Wir haben den inspirierenden Part und den technischen Part auf unserer Liste. Google ist beides. Google kann Ihnen helfen Ihren Horizont zu erweitern und sich zunehmend Wissen anzueignen. Auf der anderen Seite, kann es aber auch konkret eine technische Hilfe auf der Suche nach Begriffen sein. Beispielsweise möchte Ihr Chef, dass Sie sich eine virale Marketingkampagne für ein neues Produkt überlegen? Bei Google werden Sie sicher Beispiele und Ideen finden die Sie beleihen und für sich verwenden können.

Diese Liste erhebt in keiner Weise Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind meine 10 Lieblingsmethoden, wie ich meiner Kreativität auf die Sprünge zu helfen versuche. Ich freue mich, wenn Sie Ihre Methoden im Kommentar ergänzen.